Wer war Thomas Müntzer?


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Thomas Müntzer wurde zwischen 1485 und 1490 in Stolberg (Harz) geboren. Sein Vater war ein armer Handwerker. 1506 studierte er an der Leipziger Universität, 1512 in Frankfurt (Oder). Im Verlauf des Universitätsstudiums erwarb er die Grade eines Magisters der freien Künste und Bakkalaureus der Heiligen Schrift. 1513 war er Lehrer in Halle und wirkte in verschiedenen Orten, wie Halberstadt und Aschersleben, als Prediger. Er befasste sich mit Schriften der Humanisten und neuer Kunst. Er gehörte zu den gelehrten Männern seiner Zeit. Begeistert schloss er sich schon 1518 der Reformation an und lernte Luther persönlich kennen. 1520 kam er durch die Fürsprache Luthers nach Zwickau. Er predigte in der Marien- und Katharinenkirche vor Wollwebern und Bergknappen. Aus Furcht vor Unruhen entließ ihn der Zwickauer Stadtrat 1521.
Er ging nach Böhmen und predigte in Prag, wo er auch sein erstes uns erhaltenes Werk "Das Prager Manifest" verfasste. Müntzer wurde verhaftet und ausgewiesen. Der wiederholte Versuch, erneut Fuß zu fassen, scheiterte an den Vertreibungen durch stadtaristokratische Räte: so in Nordhausen und Halle-Glaucha. Erst in Allstedt fand er eine Anstellung als Prediger. Hier wirkte er von März 1523 bis August 1524 an der Kirche "St. Johann". Sein Nachdenken über die Missstände führte dazu, dass er sich von Luthers Lehren abwandte. Er arbeitete die Ziele des Kampfes gegen die Papstkirche und den Feudalismus aus und predigte darüber. So ging er über Luthers Denken weit hinaus. Müntzer gründete den "Ewigen Bund Gottes". Das bedeutendste politische Dokument der Allstedter Zeit ist seine berühmte "Fürstenpredigt". Im Sommer 1524 floh er aus Allstedt nach Mühlhausen, wo er am 27. September mit seinen Anhängern ausgewiesen wurde. In Nürnberg veröffentlichte er seine beiden Hauptwerke. Ende 1524, Anfang 1525 predigte Müntzer in mehreren Orten Süddeutschlands für die Gerechtigkeit in Stadt und Land. Er erlebte dort den Ausbruch des Bauernkrieges und kehrte im Februar 1525 aus Süddeutschland nach Thüringen zurück. Im April 1525 erhoben sich hier die Bauern. Im Mai 1525 fand die Schlacht bei Frankenhausen statt. Müntzer geriet mit zahlreichen Aufständischen in Gefangenschaft. Die Sieger brachten ihn nach Heldrungen. Dort wurde er gefoltert. Am 27. Mai 1525 wurde Thomas Müntzer in der Nähe von Mühlhausen enthauptet.